Bibel-Beet

Pflanzen aus der Umwelt von Jesus

Was erzählt die Pfefferminze über die Kraft des Glaubens? Was hat die Lilie mit Gottes Liebe zu tun? Warum ist der Feigenbaum ein Friedenssymbol? Wie sieht Ysop aus? Und was haben Disteln im Beet verloren? – Das kleine Bibel-Gärtchen vor der Matthäuskirche gibt seine Geheimnisse preis.

    In der Mitte des Bibelbeets steht ein Feigenbäumchen. Im Buch des Propheten Micha (Mi 4,4) wird der Frieden so beschrieben, dass alle Menschen unter ihrem Feigenbaum sitzen können. Weil der Feigenbaum eine der frühesten fruchtbringenden Bäume ist, nimmt Jesus ihn als Bild für Gottes Friedensreich, das schon jetzt anfängt (Mt 24,32f.), auch hier in Matthäus, Landau.

    Die Minze ist für Jesus ein Bild für die Ich-Verliebtheit des Menschen. Für jedes noch so kleine Kraut zahlte man den Zehnt, um Gott zu gefallen, aber Gott wünscht sich viel dringender Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Treue (Mt 23,23). Was ist wirklich wichtig? Darüber denken wir in Matthäus immer wieder nach.

    Im Bibelbeet stehen schöne rotgelbe Taglilien. Jesus lobte die Schönheit der Lilien und ihr Vertrauen, dass Gott sie nährt. Wir Menschen sollen uns nicht so viele Sorgen machen (Mt 6,28ff).

    Die Botschaft der Bibel spricht in jede Lebenssituation. Aber man kann sie nicht einfach verstehen. Sonst sähe die Welt wohl anders aus! Jesus benutzte dafür das Bild der Samenkörner, die unter die Disteln fallen (Mt 13,7).

    Der Ysop in seiner syrischen Variante diente in biblischer Zeit der Reinigung. Jeder Mensch möchte vor Gott rein, frei von Schuld dastehen. Gott macht es möglich, weil er aus Liebe Schuld vergibt (Ps 51,9)

    Was hat Lorbeer im Bibelbeet verloren? Der Lorbeerbaum kommt nur einmal im Alten Testament vor als Baum, aus dem sich der Mensch ein Götzenbild schnitzt und es hinterher anbetet. Vielleicht steht der Lorbeer aber auch für das mächtige Rom, das Jesus zum Tod verurteilte?

    Kontakt

    Pfarrer Dr. Stefan Bauer